Auf ein Wort: Sieben

Die Sieben ist in der Bibel eine besondere Zahl. Sieben Tage lang dauerte Gottes Schöpfungswoche. Sieben Bitten gibt es im Vaterunser. „Sieben mal siebzig“ soll man einander vergeben. In meinen letzten Monaten hier an Sankt Petri habe ich immer wieder mal an die Zahl Sieben gedacht, denn in diesem Sommer ist es sieben Jahre her, dass meine Familie und ich hier in Kopenhagen angekommen sind. Nun, da der Abschied vor der Tür steht, blicke ich zurück auf diese Zeit und muß dabei immer wieder an die „sieben fetten Jahre“ denken, von denen in der Josephsgeschichte ein Pharao träumt. Denn für uns als Pfarrfamilie waren das hier in Kopenhagen und an Sankt Petri traumhafte und erfüllte, also im biblischen Sinne „fette“, sieben Jahre. Wir durften so viele nette Menschen kennenlernen und gute Freunde finden. Wir durften in eine etwas andere Kultur eintauchen und uns in einen neuen Lebensrhythmus „eingrooven“. „Wir“ durften 2014 Fußballweltmeister werden, weil ein Spieler mit der Nummer 7 (!) sein Blut auf dem Rasen des Maracana für „DIE MANNSCHAFT“ vergoss! Wir durften eine merkwürdige Sprache mit gefühlten 77 Vokalen erlernen und uns beim Dänischsprechen manchmal darüber freuen, nicht für Deutsche („Kommer du fra Fäöerne?“) gehalten zu werden! Für uns als Familie waren es wunderbare Jahre, zu denen viele von Euch als Weggefährten in der Kirchengemeinde und in der Schule beigetragen haben. Tusind tak dafür Euch allen! Und auch mit Blick auf die Arbeit an der Sankt Petri Kirche meine ich sagen zu dürfen, dass diese sieben Jahre keine mageren gewesen sind. Ich denke an besondere Höhepunkte wie den Fernsehgottesdienst, das Patronatsjubiläum oder den Bibelmarathon. Ich denke an Projekte wie den Luther-Abend, die Konfi-Teamer und die „Sankt-Petri-on-Tour“-Gottesdienste, die wir in dieser Zeit auf den Weg gebracht haben.

Und dann denke ich in erster Linie an die regelmäßigen Veranstaltungen, die dank der tatkräftigen Organisation und Gestaltung durch ehrenamtlich Mitarbeitende weitergeführt und „auf Kurs“ gehalten wurden, zum Beispiel an den Kindergottesdienst und an den Gemein-deverein. Danke, dass ich Euch eine Zeit lang als Pastor begleiten durfte! Es war eine inspirierende Erfahrung mit so vielen „ildsjaele“, also Leuten, die für ihre Sachen brennen, arbeiten zu dürfen! Da denke ich ganz besonders an unseren sehr aktiven Kirchenrat und an das unheimlich engagierte Petri-Team der hauptamtlich Mitarbeitenden. Werde ich Sankt Petri also sehr vermissen? Ganz bestimmt. Doch stärker als die Traurigkeit über den Abschied wird bei mir hoffentlich (neben der Vorfreude auf neue Herausforderungen) dieses Petri-Gefühl sein. Das kann ich mir zwar nicht in kleine Tauf-Fläschchen abfüllen, wohl aber in meinem Herzen mit nach Düsseldorf nehmen. Und dieses Herz ist mir auch deshalb nicht so schwer, weil ich mir sicher bin, dass auf Sankt Petri mit einer neuen Hauptpastorin Rajah und mit dieser engagierten Gemeinde ganz bestimmt keine mageren, sondern weitere fette Jahre warten. Ich freue mich schon darauf, diese Jahre als ganz normales Petri-Mitglied im Ausland und bei bestimmt zahlreichen Besuchen hier vor Ort mitzuverfolgen.

 

Einen gesegneten Sommer und alles erdenklich Gute für Eure Zukunft und für die von Sankt Petri Kirche und Schule wünscht Euch Euer Pastor Peter Krogull