Eine Stiftsdame

 

Ein Gemeindemitglied, Lehrerin an der Sankt Petri Schule, Mechthild Grøngaard, schrieb diesen Nachruf, denn sie hatte Fräulein Rohde über Jahrzehnte gekannt und wie viele andere an ihrem Schicksal teilgenommen.

Im Nachruf in der PetriPost heißt es:

 

Kitty Rohde 16.12. 1905 – 22.9. 1994

Ein ganz besonderes Sankt Petri Schicksal ist zu Ende gegangen. Fräulein Rohde, die letzte Stiftsdame hat uns verlassen. Ja, uns, denn wir waren ihre nächsten Mitmenschen, ihre „Familie“.

Fräulein Rohde wurde in Wien geboren, als erstes Kind eines dänischen Vaters und einer österreichischen Mutter. Die glücklichsten Jahre ihrer Jugend verbrachte sie aber in Liegnitz (Schlesien) bei ihrer Tante und ihrem Onkel.

In Düsseldorf und Kopenhagen (von etwa 1928 an) arbeitete sie als Korrespondentin. Die letzten 12 Jahre ihres Berufslebens war Fräulein Kitty Rohde im Kirchenkontor unserer Gemeinde tätig. Diese Aufgabe war ihr natürlich besonders ans Herz gewachsen.

 

Über Fräulein Rohdes Leben könnte man schreiben „ Heimweh, Sehnsucht und Träume“. Ihr Leben war so hart und einsam, dass sie die Flucht in die Romantik ergriff. Wer nicht auf Rosen gebettet ist, muss von ihnen träumen!

Jahrzehntelang saß Fräulein Rohde jeden Sonntag auf „ihrem“ Stuhl im Gottesdienst, kam zum Gemeindeverein, Gesprächskreis und Kirchkaffee. Jetzt steht ihr Platz in der Kirche leer.

Sie – die so spartanisch lebte – hatte bereits 1978 Sankt Petri Kitty Rohdes Kirkelegat gestiftet. Ein Spiegel ihrer Großzügigkeit. (Den Verwendungszweck legte sie auf die Ausschmückung und den Erhalt des Kirchengebäudes fest. Bei der Zusammenlegung von 51 Einzellegaten zum St. Petri kirkes legatfond 1988 wurde Kitty Rohdes Kirkelegat mit einem Kapital von kr. 152.900 aufgeführt. Kitty Rohde hat damit noch Jahrzehnte über ihren Tod hinaus die Arbeit unserer Gemeinde unterstützt - Red.)

 

Fräulein Rohde hat den Lebenskampf überstanden. Wir gedenken ihrer mit einer Zeile aus ihrem Lieblingslied Stille Nacht: Schlaf in himmlischer Ruh!

 
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