Eine neue Kammerorgel für Sankt Petri

 
Am 4. September wir die neue Kammerorgel in Sankt Petri in Kopenhagen ankommen und in einer Orgelvesper am 10. Oktober um 17 Uhr eingeweiht.
 
Schon über viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, gab es die Idee und verschiedene Anläufe, eine kleine, transportable Orgel für Sankt Petri zu erwerben, denn in fast jedem Konzert wird eine gebraucht.
 
Schließlich ermöglicht wurde das Projekt durch eine Stiftung, die auf Else Bøhm zurückgeht und von der Firma Valdahl Advokater in Kopenhagen verwaltet wird: Den Bøhmske Fond. Den Kontakt zur Stiftung hatte Dieter Eggers für Sankt Petri immer gepflegt und auch im Hinblick auf das Orgelprojekt initiiert. Else Bøhm lebte von 1916 bis 2003, war Gemeindemitglied von Sankt Petri und wurde hier in den Grabkapellen beigesetzt, wo man ihr Grab am Anfang der östlichen Seitenkapelle auf der linken Seite sehen kann.
 
Gesucht war eine Orgel, die sowohl für Kammermusik als auch zur Gemeindebegleitung verwendet werden kann und dabei hohen handwerklichen sowie künstlerischen Ansprüchen entspricht. Bei der Suche nach dem passenden Orgelbauer kamen Firmen in Dänemark, Deutschland , Holland und England in Frage. Schließlich wurde Ende des Jahres 2016 der Auftrag an Robin Jennings vergeben. In Stourpaine, das im im Englischen Dorset liegt, etwa 1 Stunde mit dem Zug von London in südwestlicher Richtung, baut Robin Jennings Orgeln, die von Kirchen, Schulen, Konzertsälen und Privatpersonen in der ganzen Welt gefragt sind und für den individuellen Bedarf maßangefertigt werden. Die Werkstatt von Robin Jennings befindet sich in einer ländlichen Gegend auf dem Gelände des Biobauernhofes, der dem englischen Dirigenten John Eliot Gardiner gehört. Oft begleitet Robin Jennings die Konzertreisen des Montverdi Choir und betreut dabei die von ihm gebauten Continuo Instrumente. Damit verfügt er über ein reiches Wissen über die Ansprüche an eine Instrument für kirchenmusikalische Afführungen.
 
Die Ausstattung der neuen Kammerorgel in Sankt Petri geht dabei über die gewöhnlichen Merkmale der Orgeln, die wir ansonsten zum Continuospiel in unseren Konzerten gemietet haben, hinaus. Die Disposition der Orgel ist:
 
Principal 8‘
Gedackt 8‘
Oktava 4‘
Rohrflöte 4‘
Superoktava 2‘
Sifflöte 1 / Quinte 1 1/3
 
Die Orgel hat eine Transponiervorrichtung für die einfahrbare Klaviatur, wodurch sie mit dem Kammerton a‘ in verschiedenen Stimmtonhöhen stehen kann: 392, 415, 440 und 466 Hertz. Für a‘=430 Hz kann sie von 440 Hz runtergestimmt werden.
 
Die Orgel ist transportabel und, da sie auf Rädern montiert ist, auch fahrbar. Dadurch wird sie in Sankt Petri vielfältig einsetzbar sein: an verschiedenen Stellen in der Kirche, wie z.B. dem Turmraum, im Christian-V.-Saal und in den Grabkapellen. Außerdem kann die Orgel, welche in der Kopenhagener Orgellandschaft eine Besonderheit darstellt, auch an andere Konzertveranstalter und Kirchen vermietet werden. Wir freuen uns sehr über die vielen Möglichkeiten, die sich durch diese neue Orgel für Sankt Petri erschließen, sowohl im Gottesdienst als auch im Konzert.
 
Homepage von Robin Jennings Organs: www.jennings-organs.co.uk
 
 
 
Entwurfzeichnung, inspiriert vom Kirchengestühl


In der Werkstatt. Noch ist Schutzfolie auf den Metallpfeifen

Rückansicht mit Tastatur und Registerzügen

Die Manubrien (Registerzüge)
Alle Bilder von Robin Jennings
 
 
 
 
 
Larslejsstræde 11 1451 Kopenhagen K | Tel: +45 33 13 38 33 | E-mail: kirchenbuero@sankt-petri.dk