Kooperatives Lernen an der Sankt Petri Schule

 
Seit dem Sommer 2015 ist das „kooperative Lernen“ ein Unterrichtsentwicklungsschwerpunkt an unserer Schule. In diesem Schuljahr hat nun jede Klasse eine kleine Werkzeugkiste (Glocke, Würfel, Post-ist, Magneten etc.) erhalten, damit jeder Lehrer variantenreich kooperative Lernmethoden anwenden kann, ohne dass ihm das Werkzeug fehlt.
Außerdem hat das „Kompetenzteam Kooperatives Lernen“ ein Methodencurriculum für alle Jahrgänge erarbeitet. Darin ist festgelegt, welche kooperativen Lernformen in welchen Jahrgängen verbindlich trainiert werden sollen, damit die Schüler am Ende ihrer Schulzeit alle Methoden beherrschen, also in der Lage sind, Inhalte im Team zu erarbeiten.
Das Methodencurriculum und die Werkzeugkisten für die Klassen stellen einen weiteren Schritt zur systematischen Implementierung des Kooperativen Lernens an unserer Schule dar.
 
Was ist eigentlich Kooperatives Lernen?
 
Das Kooperative Lernen ist eine der drei Grundsäulen des Unterrichts, die zu gleichen Teilen bedient werden müssen, um - wissenschaftlichen Untersuchungen zur Folge - optimale Lernbedingungen für die Schüler zu ermöglichen.
Die erste Säule ist die „direkte Instruktion“ (Frontalunterricht): Vorherrschende Methoden sind u.a. durch den Lehrer gelenkte Unterrichtsgespräche, Lehrervorträge und –erzählungen, Tafelunterricht. Der Lehrer hat die Rolle des Instrukteurs.
Die zweite Säule beinhaltet das „individuelle Lernen“: Hier erarbeitet jeder Schüler eigenständig in seinem eigenen Lerntempo die Unterrichtsinhalte. Methoden sind z.B. Stationenlernen, Freiarbeit, Arbeit mit Portfolios. Der Lehrer hat die Rolle eines Beraters.
Kooperatives Lernen ist die dritte Säule, bei der es darum geht, dass die Schüler miteinander kooperieren, indem sie in Partner- oder Gruppenarbeit gemeinsam die Unterrichtsinhalte erarbeiten.
Das Grundprinzip aller kooperativen Lernmethoden beruht auf drei Phasen: Think - Pair - Share.
In der 1. Phase arbeiten die Schüler alleine: Jeder soll Zeit zum Denken und Niederschreiben seiner Ergebnisse haben, damit jeder einen Beitrag für die darauffolgende Austauschphase zu bieten hat.
In der 2. Phase besprechen und vergleichen die Schüler ihre Ergebnisse in der Gruppe mit dem Ziel sich gegenseitig zu helfen und sich auf ein gemeinsames Gruppenergebnis zu einigen.
In der 3. Phase werden schließlich die Ergebnisse der Gruppe in der Klasse präsentiert, von den Klassenkameraden und dem Lehrer kommentiert und ggf. korrigiert.
Jeder Schüler soll für sein eigenes und das Lernen der Gruppe Verantwortung übernehmen.
Typische Methoden sind: Gruppenpuzzle, Partnerinterviews, Placemat, Projektarbeit.
Der Lehrer hat eher die Rolle eines Moderators.
 
Das kooperative Lernen hat erst in diesem Jahrzehnt die Schulen erobert und seinen Platz als notwendige dritte Säule der Unterrichtsmethodik (2008: erstmals millionenfaches Anklicken im Internet) erhalten. Jetzt ist es ein Teil der Lehrerausbildung geworden, sodass die jüngeren Lehrer die Methoden kompetent anwenden können, während die älteren Lehrer fortgebildet werden müssen.
 
An der Sankt Petri Schule haben wir deshalb im Sommer 2015 kooperatives Lernen als Unterrichtsentwicklungsschwerpunkt festgelegt, zwei Fortbildungen (Nov. 2015 und Feb. 2016) für das gesamte Kollegium durchgeführt und anschließend ein Kompetenzteam, welches das Methodencurriculum geschrieben und die Werkzeugkisten bestückt hat, eingerichtet. Außerdem haben wir in diesem Schuljahr mehrere Lehrerteams gebildet, die sich gegenseitig fach- und stufenbezogen über kooperative Lernmethoden beraten und austauschen.
 
Da das kooperative Lernen jetzt ein Teil des Schulalltages geworden ist, werden wir uns in diesem Schuljahr einem neuen Unterrichtentwicklungsschwerpunkt zuwenden: Der Installierung einer Feedbackkultur.
 
 
Die Schulleitung
 
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