Festgottesdienst mit Königin Margrethe II. 

Das Jubiläum "400 Jahre königlicher Patron von Sankt Petri" feierten Sankt Petri Kirche und Schule am 13. März 2016 mit einem Festgottesdienst, an dem auch Ihre Majestät Margrethe II. teilnahm.
 
Hier kann man die Predigt lesen, die Hauptpastor Peter Krogull im Festgottesdienst gehalten hat.
 
Hier gibt es eine Bildergalerie mit Fotos von Reinhard Wilting.
 
Und hier kann man Claudia Hoffman Doses Zeitungsartikel aus dem Nordschleswiger lesen:
 

Die Königin kommt in weiß.

Die Königin kommt in Weiß – zwar ohne Krone, wie der Mädchenchor etwas enttäuscht feststellt – aber Margrethe II. ist unverkennbar Königin. Auch an diesem Sonntag, an dem sie am Festgottesdienst in der Sankt Petri Kirche in Kopenhagen teilnimmt. Das Blumenmädchen Stine, das Majestät den Blumenstrauß überreicht, hat sich tagelang mit der Garderobenfrage beschäftigt: sind schlichte Chorkleidung und die momentane Nähe zur Königin miteinander zu vereinbaren? Der Festgottesdienst würdigt das 400. Jubiläum für das Amt als königlicher Patron an Sankt Petri, ein Amt, das 1616 von Christian IV. eingerichtet wurde, damit ein königlich Beauftragter die Finanzen der deutschsprachigen Gemeinde im Blick behielt. 

33 Männer haben sich seit dem 17. Jahrhundert für die Sankt Petri Gemeinde und Schule engagiert unter ihnen Männer, die viele aus den Geschichtsbüchern kennen: Graf Griffenfeld, Corfitz Ulfeldt, die beiden Bernstorffs und Heinrich Ernst Graf Schimmelmann. Auffällig ist, wie zeitgleich das Amt mit einem rasanten Aufstieg der Karriere einhergeht – wer die Kabalen bei Hofe versteht, hat gute Karten auf der Hand. Wer allerdings nicht mehr auf die Gunst des Königs zählen darf, dessen Karriere versandet, wie es u. a. bei Christopher Gabel der Fall war. Den Adligen aus Schleswig oder Holstein eilt lange der Ruf voraus, dem dänischen Königshaus besonders loyal gegenüber zu sein.
 Aber auch die jüngere Geschichte Sankt Petris zeigt, wie sehr das jahrhundertelange Bestehen von Gemeinde und Schule von diplomatischem Geschick, guten Beziehungen zum Hofe und weisen Entscheidungen abhängig war. So hob Hauptpastor Krogull in seiner Predigt besonders Gunnar Bardenfleth als echten Schutzpatron von Sankt Petri hervor. Als der Kabinettssekretär von Christian X. 1938 sein Amt antrat, war ihm bewusst, dass äußerst schwierigen Zeiten zu erwarten waren, und so beschloss er zusammen mit Hauptpastor Werner Görnandt, das etwas verstaubte Amt neu zu beleben. Bardenfleth und Görnandt spielten erfolgreich auf Zeit, hielten ab 1940 alle Kontakte zwischen Petri und der Besatzungsmacht schriftlich fest, um ihre Position später klar belegen zu können. Und die war eindeutig: vonseiten Sankt Petris hielt man nichts von den nationalsozialistischen Bestrebungen, und schon gar nichts davon, einen Keil zwischen Schule und Kirche zu treiben, und sie auch räumlich voneinander zu trennen. Bei der Grundsteinlegung für ein neues imposantes Schulgebäude in Emdrup bei Kopenhagen ließ Patron Bardenfleth die Veranstaltung buchstäblich im Regen stehen und erschien nicht. Zu Schulzwecken wurde das Gebäude nach dem Krieg jedoch benutzt werden – es beherbergte jahrzehntelang Danmarks Lærerhøjskole. Zum Festgottesdienst waren außer zahlreichen Gemeindemitgliedern auch der Bischof von Kopenhagen Peter Skov-Jakobsen erschienen, sowie Oberkirchenrat Christoph Ernst, Referent für Nord- und Westeuropa von der EKD. Aber neben Margrethe II. lenkte besonders der jetzige Patron Kjeld Hillingsø die Blicke aller auf sich: in mit Orden geschmückter Uniform, Federn am Hut und mit blankem Säbel. In seiner Ansprache beim Empfang in Christian V. Saal betonte Hillingsø Sankt Petris absolute Loyalität gegenüber sowohl Dänemark als auch Deutschland und meinte augenzwinkernd, die Leistung von Sankt Petri solle seiner Ansicht nach in Zukunft mindestens in einem Atemzug mit den Bonn-Kopenhagener Erklärungen erwähnt werden.

Das Patronatsjubiläum ist auch Anlass für eine musikalische Zeitreise, die im Gottesdienst mit Buxtehude begann und mit einem Festkonzert am 30. April mit Musik von Händel und Mozart fortgesetzt wird. Vorab konnten sich Gemeinde und Kantor Mark Baumann darüber freuen, dass die Musik auf ausdrücklichen Wunsch der Königin bereits im Gottesdienst einen herausragenden Platz einnahm. Sie selber sang bei den Kirchenliedern auf Deutsch und auf Dänisch kräftig mit – bei  den bekannten Liedern, natürlich ohne ins Liedblatt zuschauen.
Vielleicht hat ihr der Gottesdienst auch als einfache Gottesdienstbesucherin gefallen. Das Gottesdienstprogramm verstaute Majestät am Ende des Gottesdienstes wie die meisten von uns einfach in der Manteltasche – bis man es wiederfindet und sich gern! erinnert.

Claudia Hoffmann Dose

 
Das Festkonzert zum Jubiläum
 
Die Festschrift zum Jubiläum
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