Street Art – Kunst oder Vandalismus?

 
Wir haben uns im Herbst 2011 im Wahlfach Kunst in den 6. und 7. Klassen an der Sankt Petri Schule mit Straßenkunst beschäftigt.
 
Straßenkunst ist ja in der Regel keine kommerzielle Kunst, die im öffentlichen Raum zu sehen ist, wie z.B. überraschende Plakate oder andere Elemente, die einem unerwartet in den Blick kommen und irritieren und vielleicht auch tief verwurzelte Vorstellungen herausfordern. Aber was soll Kunst auf der Straße? Gehört sie nicht in eine Galerie oder in ein Museum?

 

Ausstellungsbesuch in der V1 Gallery / Vesterbro

Wir statteten der V1 Galerie in Vesterbro einen Besuch ab, wo wir eine Ausstellung des amerikanischen Künstlers Shephard Fairey sahen. Er ist der Mann hinter Barack Obamas Hope-Plakette und hinter Obey Giant und er hat die Auffassung von Kunst im urbanen Raum verändert. Er beschäftigte sich auch mit verschiedenen Formen von Straßenkunst. Bei unserem Besuch in der V1 ergab sich ein längeres Gespräch mit einem der Galeristen über Shephard Faireys Projekte, wo wir viele neue Informationen über den Künstler erfuhren. Die Ausstellung war sehr interessant und wir konnten neue kleine Details und Symbole in den Werken finden, die man als politische und gesellschaftliche Botschaften verstehen kann. Zurück in der Schule haben die Schüler ihre eigenen Werke geplant und hergestellt, ausgehend von gemeinsam entwickelten Richtlinien, die wir nach dem Ausstellungsbesuch aufstellten. Diese Werke waren für eine kleine feine Ausstellung im Kunstraum.
 
Sophia aus der 6b schrieb ihre Beobachtungen auf: „Er zeichnet auf Zeitungspapier und stellt meist das gleiche Gesicht dar oder schreibt Obey. Die meisten Bilder sind schwarz, rot, weiß oder gelb und die Bilder enthalten sehr viele Details.“
 

Straßenkunst in der Schule – wir haben etwas auf dem Herzen!

Wir haben das Thema Street Art untersucht und uns Wissen darüber besorgt. Alle Schüler haben sich in Vorbereitung auf dieses Projekt auf die eine oder andere Weise Gedanken darüber gemacht, welchen Dingen man im öffentlichen Raum begegnet, und dadurch war bereits im Voraus das Interesse für das Thema gestiegen. Danach haben die Schüler alleine oder in Gruppen ihre eigenen Werke für eine Ausstellung geschaffen.
Die Adressaten lagen auf der Hand, da die Schule der Raum sein sollte, der zur Verfügung stand, und so fanden die Schüler sehr schnell etwas, das sie auf dem Herzen hatten, wenn sie an ihre Klassenkameraden oder Lehrer dachten. Der Inhalt der Werke sollte Anlass zur Reflektion und zum Nachdenken beim Besucher sein oder einfach nur ein humoristischer oder schräger Blickfang im Alltag.
Die Schüler haben Bewerbungen an die Schulleitung geschrieben, in denen sie ihr Projekt beschrieben haben und um Erlaubnis gebeten haben, die Werke in der Schule ausstellen zu dürfen. Nach einem längeren Prozess haben die meisten Schüler eine Zusage erhalten und ihre Kunstwerke konnten ausgestellt werden. Am Schluss des Projektes haben wir im Kunstunterricht alle Arbeiten besprochen, wo die Schüler ihre Gedanken in Verbindung mit ihren Bildern äußerten. Da gab es viele lustige Bemerkungen und interessante Diskussionen.
 
Selma aus der 6a erzählte über ihr Projekt: „Ich bin sehr zufrieden mit meinem Projekt. Ich finde, dass wir Ruhe und Frieden in der Schule haben sollen . . . Also, dass es positiv sehen soll, in die Schule zu gehen . . . Ich finde, es war interessant mit anderen Schülern zu arbeiten, die ganz andere Ideen haben als ich.”
 
Straßenkunst ist ein sehr geeignetes Thema, um sich damit im Kunstunterricht zu beschäftigen, weil die Schüler einen anderen Zugang zum Fach bekommen und ein neues Verständnis dafür entwickeln, was Kunst ist. Sie haben auch selbst bestimmte Schritte unternommen – mit einem Bewerbungsschreiben zu beginnen, was ja auch mit ein wenig Unsicherheit verbunden war. Die Arbeit mit Straßenkunst an der Schule stellte die Frage nach der Grenze zwischen Kunst und Vandalismus, die die Schüler sehr beschäftigt hat.
 
Jan aus der 7b erklärt: „Ich habe gelernt, dass Kunst alles sein kann. Davor wusste ich nicht, dass Graffiti Straßenkunst ist oder so etwas. Ich habe viel gelernt.“
 
Katrine Fylking
 
 
 
Im Kunstraum

 
 
V1 Gallery

 
 
Rune in der V1 Gallery

 
 
Luca und sein Kunstwerk auf der Dachterrasse

 
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